Veranstaltungsvorschau

Stiften, Spenden, Sammeln – eine universelle kulturelle und soziale Praxis?
Ringvorlesung im WS 2021/22, Beginn am 18.10.2021

Veranstaltungsort: Hörsaal 06, Neue Universität, Grabengasse 3-5

Veranstaltungsreihe des TRN „Stiften, Spenden, Sammeln in der Longue Durée

_______________________________________________________________________

Lecture Series: Jewish, Kurdish and Amazigh Life in the Modern Middle East
Vortragsreihe, Beginn am 26.10.2021

Veranstaltungsort: Center for Asian and Transcultural Studies (CATS), Room R.010.01.13, 6pm

Veranstalter: Hochschule für Jüdische Studien, Islamwissenschaft (SSKVO), Heidelberg Centre for Transcultural Studies

Teilnahme möglich über ZOOM, den Einwahllink entnehmen Sie bitte dem obigen Link

_______________________________________________________________________


Tagung des Fachverbands Arabisch e. V. und der Abteilung Islamwissenschaft, Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients, Universität Heidelberg,
im Internationalen Wissenschaftsforum Heidelberg am 8.-10. April 2022

„Sprachliche Vielfalt vermitteln: Diglossie im Arabischunterricht“

Organisation:
Dr. Natalia Bachour (Universität Zürich) & Prof. Dr. Henning Sievert (Universität Heidelberg),
Dr. Peter Konerding, Gisela Kitzler & Alfred el-Khoury (Fachverband Arabisch e.V.)
 

Arabisch ist nicht gleich Arabisch: Hocharabisch, modernes Hocharabisch, klassisches Arabisch, fuṣḥā, ʿāmmiyya, dāriǧa – die Bandbreite arabischer Spachvarietäten ist groß und häufig wird dieses Kaleidoskop an Dialekten und Registern sogar mit ganzen Sprachgruppen wie etwa der romanischen verglichen. Hinzu kommt ein Phänomen, das alle arabischsprachigen Regionen auszeichnet: Die sogenannte Diglossie, das heißt die parallele Verwendung zweier strukturell unterschiedlicher Sprachcodes in Abhängigkeit des sozialen Kontexts.

ie Frage danach, welche Varietät(en) in Sprachkursen an Universitäten, Hochschulen oder Schulen im deutschsprachigen Raum vermittelt werden soll(en), beantworten Bildungsverantwortliche je nach inhaltlicher Zielsetzung höchst unterschiedlich. Während beispielsweise im Rahmen islamwissenschaftlicher Studiengänge viel Wert auf die Lesekompetenz im Hocharabischen gelegt wird, um den Umgang mit klassischen oder modernen Quellen zu ermöglichen, steht in der Erwachsenenbildung – häufig im Kontext der Flüchtlingsarbeit – die mündlich-dialektale Sprachkompetenz im Vordergrund.

Während dies im Einzelfall nicht problematisch sein muss, sondern Arabischkurse pragmatisch an spezifische Unterrichtskontexte angepasst werden können, stellt der Variantenreichtum der arabischen Sprachpraxis die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Didaktik des Arabischen vor eine große Herausforderung: Sie muss mit einem heterogenen Unterrichtsgegenstand umgehen, dessen Grenzen weder nach innen noch nach außen eindeutig definiert sind. 

Dabei kann insbesondere hinsichtlich der Diglossie auch im Einzelnen kaum von einer befriedigenden Situation ausgegangen werden: Die Heranführung der Lernenden an dieses arabische Spezifikum spielt – von vereinzelten Ansätzen abgesehen – weder in der Theorie noch in der Praxis des Arabischunterrichts im deutschsprachigen Raum eine Rolle. Obwohl der Beschreibung verschiedener arabischer Varietäten und der Infragestellung tradierter Diglossiemodelle in der arabistischen (sozio-)linguistischen Forschung viel Raum gewährt wird, finden diese Erkenntnisse kaum Eingang in die Unterrichtspraxis.

Stattdessen werden Lernende in Arabischkursen in der Regel mit einer einzigen Sprachvarietät vertraut gemacht, ohne auf die vielfältigen Kommunikationssituationen vorbereitet zu werden, die durch den parallelen Gebrauch unterschiedlicher Dialekte und Register geprägt sind. Die im arabischsprachigen Raum gängige Praxis der Interkomprehension etwa hat noch keinen nennenswerten Niederschlag in dieser Debatte gefunden. 

Der Gebrauch der unterschiedlichen Varietäten beeinflusst im Übrigen auch die emotionale Wahrnehmung der Arabischsprechenden seitens der Gesprächspartnerinnen und -partner massiv – weswegen auch im arabischdidaktischen Kontext das in der modernen Fremdsprachendidaktik zentrale savoir-être, also der persönlichkeitsbezogene Kompetenzerwerb, endlich Eingang in die wissenschaftliche Debatte finden muss. 

Aus diesen Gründen widmet sich die dritte Tagung des Fachverbands Arabisch e.V., die in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Islamwissenschaft (Prof. Dr. Henning Sievert) der Ruprecht-Karls-Universität vom 8. bis zum 10. April in Heidelberg stattfinden wird, dem Thema „Sprachliche Vielfalt vermitteln: Diglossie im Arabischunterricht“. Dabei sollen sowohl arabischdidaktische Vorträge aus der Wissenschaft als auch Berichte aus der Praxis Gehör finden.

 

Dem Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg danken wir für die Überlassung seiner Räume.

______________________________________________________________________________________

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuletzt bearbeitet von: E-Mail
Letzte Änderung: 03.11.2021
zum Seitenanfang/up