Lokale Verwaltungspraktiken und -begriffe versus osmanischer Zentralismus: Das Osmanische Reich aus der Perspektive seiner Untertanen

Osmanische Urkunden im Johannes-Kloster zu Patmos

In Kooperation mit dem Centre d'histoire du domaine turc / études turques et ottomanes des CNRS ESA 8032, Paris A und als assoziiertes Mitglied der Forscheréquipe UMR 8032 "Etudes turques et ottomanes" bearbeitet der Heidelberger Lehrstuhl mit französischen und griechischen Kollegen (Prof. Dr. Elizabeth Zachariadou [Athen und Rethymnon] sowie Dr. Nicolas Vatin und Prof. Gilles Veinstein [beide Paris]) die osmanischen Bestände des Johannes-Klosters auf Patmos für die Zeit vom 15. bis zum späten 19. Jahrhundert, als die Ägäisinsel zum Territorialbesitz des osmanischen Flottenadmirals gehörte. Das gemeinsame Forschungsprojekt hat die Katalogisierung und wissenschaftliche Erschließung des urkundlichen Gesamtbestandes des Johannes-Klosters zum Ziel.

Historische Demographie Kroatiens und des Balkanraumes

Im Kontext des Rahmenprojekts "Quellen, Studien und Methoden zur kroatischen Geschichte vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert" (Izvori, studije i pomagala za hrvatsku povijest od Srednjeg vijeka do 19. st.) demonstriert das auf fünf Jahre angelegte gemeinsame Projekt zur historischen Demographie Kroatiens und des Balkanraumes in osmanischer und post-osmanischer Zeit unter dem Titel "Turski izvori za demografsku sliku hrvatskog prostora i okruženje (16.-18. st.)" (Prof. Dr. Nenad Moačanin [Zagreb]) die Bedeutung von Quellen in türkischer Sprache zur Bevölkerungsgeschichte des Balkanraumes. Spätestens seit dem 15. Jahrhundert, also viel früher als die mitteleuropäischen Territorialstaaten, praktizierte das Osmanische Reich umfassende Erhebungen der steuerpflichtigen Untertanenschaft. Mit dem 17. Jahrhundert entwickelten sich stark lokal gebundene Erhebungs- und Umlageverfahren, deren Verständnis für die Erforschung der historischen Demographie von zentraler Bedeutung ist.

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Letzte Änderung: 24.06.2020
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