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Sammelband ‚Assur-Forschungen‘ Stefan M. Maul, Nils P. Heeßel (Hrsg.): Assur-Forschungen. Arbeiten aus der Forschungsstelle ‚Edition literarischer Keilschrifttexte aus Assur‘ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften [viii + 254 S.] Wiesbaden 2010

Die Beschäftigung mit den literarischen Keilschrifttexten aus Assur regt in der Forschungsstelle und in ihrem wissenschaftlichen Umfeld immer wieder grundlegende Untersuchungen an, für die in der Reihe ‚KAL‘ kein rechter Platz ist. Solche Beiträge sollten zusammengeführt werden und als wissenschaftlicher Ertrag der Forschungsstelle erkennbar sein. Die Forschungsstelle legte daher wichtige Arbeiten in einem von Stefan Maul und Nils Heeßel herausgegebenen Band mit dem Titel ‚Assur-Forschungen‘ vor.

  • J. Bär diskutiert in seinem Beitrag (S. 1–33) einen weitgehend unbeachtet gebliebenen Fundkomplex aus frühdynastischer Zeit, der aus dem Bereich des Assur-Tempels stammt.
  • J. Fincke kann erstmals aufzeigen, dass im 8. Jh. v. Chr. auch in Assur – so wie im spätassyrischen Ninive – an den König gerichtete astrologische omen reports eingingen (S. 35–64).
  • C. Fischer stellt in ihrem Aufsatz das aus mittelassyrischer Zeit stammende Siegel eines Verwalters des königlichen Palastes in Assur vor und nimmt dies zum Anlass, wichtige Untersuchungen zu den Techniken der Siegelschneider anzustellen (S. 65–87).
  • Ein bislang unveröffentlichter, an einen neuassyrischen König gerichteter Brief eines Spitzels veranlasste E. Frahm zu einer umfangreichen Studie über das politische Klima im Assyrien des 7. Jhs. v. Chr. unter Asarhaddon (S. 89–137).
  • N. P. Heeßel stellt unbekannte physiognomische Omentraktate aus Assur vor (S. 139–187).
  • Die Tontafelbibliothek aus dem sogenannten ‚Haus des Beschwörungspriesters‛ und die Geschichte ihrer Entstehung stehen im Mittelpunkt des Beitrages von S. M. Maul (S. 189–228).
  • P. Miglus schließlich liefert in seinem Aufsatz eine Geschichte der Festungswerke von Assur im 2. Jt. v. Chr. (S. 229–244).
Sammelband ‚Assur-Forschungen 2‘ Stefan M. Maul (Hrsg.): Assur-Forschungen 2. Arbeiten aus der Forschungsstelle ‚Edition literarischer Keilschrifttexte aus Assur‘ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften [x + 290 S.] Wiesbaden 2020

Eine Reihe von Vorträgen, die in der Heidelberger Akademie der Wissenschaften im Rahmen eines Kolloquiums zu Ehren von Johannes Renger gehalten wurden, bilden den Kern der im zweiten Band der Assur-Forschungen vorgelegten Aufsatzsammlung. Die von der Assur-Forschungsstelle der Akademie durchgeführte Tagung fand im Oktober 2014 statt und stand unter dem Motto „Hundert Jahre Assur-Forschung“.

  • Der von Stefan M. Maul vorgelegte Zwischenbericht über die Aktivitäten der Heidelberger Forschungsstelle „Edition literarischer Keilschriftentexte aus Assur“ bildet den Auftakt des Bandes (S. 1–26).
  • Im folgenden stellt Felix Blocher Überlegungen über die Zweckbestimmung eines Gebäudes aus altakkadischer Zeit an, dessen Reste in Assur unter dem Sîn-Šamaš-Tempel zutage traten (S. 27–62).
  • Barbara Böck legt eine Studie über das Inventar eines Drogendepots (VAT 8903 = KADP 36) vor, das ein Heiler aus dem sog. Haus des Beschwörungspriesters in Assur im 7. Jh. v. Chr. niedergeschrieben hatte (S. 63–85).
  • Eva Cancik-Kirschbaum erörtert in ihrem Beitrag die rechtshistorische Bedeutung der königlichen Edikte aus mittelassyrischer Zeit (S. 87–108).
  • Anhand der Korrespondenz zwischen Walter Andrae und Robert Koldewey zeichnet Joachim Marzahn in sehr unterhaltsamer Weise die logistischen Herausforderungen nach, mit denen sich die Ausgräber von Assur zu Beginn des 20. Jahrhunderts konfrontiert sahen (S. 171–193).
  • Hans Neumann nimmt in seinem Beitrag die bisher wenig studierten und nicht vollständig verstandenen Paragraphen 7–9 der sog. mittelassyrischen Gesetze (Tafel A) in den Blick, deren Gegenstand nicht etwa Körperverletzung, sondern sexuelle Belästigungen und ihren Folgen sind (S. 201–216).
  • Die akkuraten Dokumentationen der Ausgräber von Assur ermöglichten Friedhelm Pedde, anhand von 39 Grüften und 176 Gräbern ein umfängliches Bild der sich im Lauf der Zeit wandelnden mittelassyrischen Bestattungskultur zu zeichnen (S. 217–232).
  • Der ungewöhnliche Umstand, daß sowohl der von Tukultī-Ninurta I. errichtete „Neue Palast“ als auch der von diesem König erbaute Ištar-Tempel in späterer Zeit vollständig aus dem Stadtbild Assurs verschwanden, veranlaßte Aaron Schmitt, systematisch zu untersuchen, wie spätere assyrische Herrscher mit dem umfangreichen architektonischen Erbe Tukultī-Ninurtas I. umgingen (S. 249–282).

In die Assur-Forschungen 2 wurden darüber hinaus drei weitere Aufsätze von Mitarbeitern der Heidelberger Forschungsstelle aufgenommen.

  • Aino Hätinen legt Ersteditionen von mehreren neu identifizierten Textvertretern des astronomischen Kompendiums MUL.APIN vor. Der Studie sind Bearbeitungen zweier weiterer aus Assur stammenden Textzeugen des Werkes hinzugefügt, die bisher nur durch Umschriften bekanntgeworden waren. Die wichtige Textvorlage wird abgerundet durch die Edition eines bisher unpublizierten, mit MUL.APIN eng verwandten sternkundlichen Kommentars aus neuassyrischer Zeit (S. 109–169).
  • Stefan M. Maul veröffentlicht ein jüngst entdecktes Tontafelbruchstück mit einem in altbabylonischer Monumentalschrift geschriebenen Abschnitt aus dem „Kodex Hammurapi“ (S. 195–200).
  • Hanspeter Schaudig zeigt in seinem Aufsatz „ṭuppa amāru – Die Tafel verstehen, ohne sie zu lesen“ am Beispiel einer aus mittelassyrischer Zeit stammenden Beschreibung des assyrischen Krönungsrituals den engen Zusammenhang auf, der zwischen der Gestaltung einer Tontafel und ihrem Inhalt besteht (S. 233–248).

Rezensionen zum Sammelband ‚Assur-Forschungen‘

  • J.-J. Glassner, in: Orientalistische Literaturzeitung. Monatszeitschrift für die Wissenschaft vom Vorderen Orient und seine Beziehungen zum Kulturkreise des Mittelmeers 107, 2012, S. 226–228
  • C. Jean, in: Bibliotheca Orientalis 69, 2012, S. 299–304
Zuletzt bearbeitet von: E-Mail
Letzte Änderung: 08.12.2020
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